Die drei Duftnoten: Top, Herz, Basis
Ätherische Öle werden nach ihrer Duftnote eingeteilt — ähnlich wie Parfüm:
Topnoten verflüchtigen sich schnell (5–30 Minuten): Zitrusöle wie Bergamotte, Zitrone, Orange, Grapefruit; auch Pfefferminze. Sie geben dem Blend den ersten frischen Eindruck.
Herznoten bilden das Herzstück des Dufts und halten 2–4 Stunden: Lavendel, Kamille, Rosengeranie, Ylang-Ylang, Muskat. Sie geben dem Blend Charakter.
Basisnoten halten am längsten (4–8+ Stunden) und "fixieren" den Duft: Sandelholz, Vetiver, Weihrauch, Zedernholz, Patschuli. Sie geben Tiefe und Langlebigkeit.
Ein ausgewogener Blend enthält idealerweise Öle aus allen drei Ebenen: 30% Topnoten, 50% Herznoten, 20% Basisnoten — als Faustregel.
Duftfamilien und was gut zusammenpasst
Zitrus + Minze + Eukalyptus: frisch, belebend, klärend — ideal morgens oder bei Konzentrationsbedarf.
Lavendel + Bergamotte + Sandelholz: ausgewogen, beruhigend, harmonisch — klassische Entspannungskombination.
Rosengeranie + Ylang-Ylang + Zedernholz: blumig-warm, sinnlich, erdig — gut für Schlaf und romantische Atmosphäre.
Weihrauch + Myrrhe + Zitrone: tief, meditativ, reinigend — ideal für Meditation und spirituelle Praxis.
Pfefferminze + Lavendel + Zitrone: die All-Rounder-Kombination für Fokus mit Entspannung.
Öle, die oft nicht harmonieren: Starke Holzöle mit frischen Zitrusölen, wenn kein Herzton vermittelt. Ylang-Ylang in zu hoher Dosierung (es dominiert schnell alles andere).
Praktische Mischregeln
Gesamtverdünnung beachten: In einem Blend aus ätherischen Ölen und Trägeröl sollten ätherische Öle max. 2–3% der Gesamtmenge ausmachen (ca. 10–15 Tropfen pro 30ml Trägeröl).
Klein anfangen: Mische erst in kleinen Mengen — 1 Tropfen von Öl A, 2 Tropfen Öl B, 1 Tropfen Öl C. Auf Papier oder Duftstreifen testen, bevor du eine größere Menge ansetzt.
Geduld beim Beurteilen: Ein frisch gemischter Blend riecht anders als einer, der 24 Stunden geruht hat. Lass ihn atmen.
Die eigene Nase hat immer Recht: Wenn etwas nicht gut riecht, hilft keine Theorie. Vertrau deiner Wahrnehmung.
Fazit
Top-, Herz- und Basisnote im richtigen Verhältnis, Duftfamilien als Orientierung, die eigene Nase als letztes Wort — mit diesen drei Zutaten entstehen wunderschöne Blends. Das Mischen ist ein kreativer Prozess. Es darf Spaß machen, und es darf Experimente geben.
